Damit die Königin des Gartens prächtig blüht, brauchen Lilien Pflege. Staunässe schadet der Lilium, ebenso wie das Lilienhähnchen.
Lilien zählen zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt und waren bereits im Mittelalter ein wichtiges Mariensymbol. Aber auch Macht symbolisiert die Lilie – ein Grund, warum die trompetenartige Blüte auch heute noch auf vielen Wappen zu finden ist. Kirchen werden zu Hochzeiten, aber auch zu Beerdigungen mit weißen Lilien geschmückt – ein Symbol für Reinheit, Liebe und Wiedergeburt. Sie sehen, die Farbe sagt viel über die Bedeutung von Lilien aus. Eins haben alle Lilienarten aber gemeinsam, sie brauchen ein gewisses Maß an Pflege, damit ihre Schönheit nie vergeht.
Inhalte
Lilien Pflege – gießen, düngen und schneiden
Beim Pflanzen von Lilien gilt zu beachten, dass die Blüten gern in der Sonne stehen, der untere Teil der Pflanze es aber eher halbschattig mag. Kann dieser Standort realisiert werden, ist die Lilie eigentlich recht pflegeleicht. Die nachfolgenden Tipps für Freilandlilien, sollten Sie trotzdem beherzigen.
➔ Lilien gießen
➔ Lilien düngen
Lilien sind Starkzehrer. Das heißt, ihr Nährstoffbedarf ist fast „unersättlich“. Um diesen zu bedienen, brauchen Lilien zusätzlich Dünger. Am besten eignet sich organischer Dünger, wie Kompost oder Hornspäne. Sie können aber auch einen mineralischen Dünger verwenden, dieser sollte allerdings stickstoffarm sein.
Gedüngt wird im zeitigen Frühjahr, vor dem Austrieb – dies fördert die Blüte. Am Ende der Blütezeit kann ein weiteres Mal gedüngt werden. Die Nährstoffgabe wird von den Lilienzwiebeln gesammelt und stärkt sie bis zum nächsten Jahr.
➔ Lilien schneiden
Lilien werden nach der Blüte geschnitten. Entfernen Sie alle verwelkten Blütenknospen samt Stiel. Die Blätter, knapp über dem Boden, bleiben stehen. Lilien reagieren ähnlich wie Tulpen und ziehen das Laub von selbst in den Boden.
Lilien für die Vase schneiden
Lilien vermehren
- ➔ Lilien durch Samen vermehren
- ➔ Lilien vermehren durch Teilung
Nach der Blüte bilden sich an den Lilien sogenannte Kapselfrüchte aus. Das ist auch der Zeitpunkt, an dem die Samen reif sind. Sammeln Sie die Samen ab und säen Sie diese direkt ins Freiland. Doch Achtung: Handelt es sich nicht um frostsichere Sorten, warten Sie ab, bis die Temperatur auf mindestens 15 Grad steigt.
» Hinweis: Die Keimlinge sind ein beliebtes Fressen für Schnecken. Schützen Sie die Jungpflanzen am besten mit einem Schneckenzaun.
Diese Methode der Vermehrung ist allerdings nur etwas für Geduldige. Hybride brauchen mindestens zwei Jahre bis sie das erste Mal blühen, bei Wildsorten kann es sogar bis zu fünf Jahre dauern.
Die Vermehrung durch Teilung dient nicht nur dazu, noch mehr schöne Lilien im Garten zu haben, es fördert auch die Verjüngung der Pflanze und somit die Blühfreudigkeit. Graben Sie die Blumenzwiebeln nach der Blüte aus, alternativ geht dies auch im Frühjahr. Jetzt werden die kleineren Zwiebeln von den Großen geteilt und direkt in ein, mit Kompost und Sand, vorbereitetes Pflanzloch gesetzt. Die Spitze zeigt dabei nach oben, die Tiefe beträgt etwa 25 cm. Alles mit Erde bedecken und leicht angießen.
Krankheiten und Schädlinge an Lilien
Die Schönheit und Lebensdauer der Lilien kann getrübt werden, wenn diese von Krankheiten und Schädlingen befallen werden.
❶ Grauschimmel (Botrytis cinerea)
Grauschimmel erkennen Sie an rotbraunen Flecken, die sich vor allem auf den Blütenblättern bilden. Feuchtwarmes Klima begünstigt die Bildung von Grauschimmel, bei dem auch der Stängel befallen sein kann – im schlimmsten Fall bricht dieser an der betroffenen Stelle ab.
Was hilft gegen Grauschimmel?
Grauschimmel beugen Sie vor, indem Sie die Lilien nicht von oben gießen, so dass die Bläter und Blüten nicht unnötig nass werden. Achten Sie schon beim Pflanzen auf ausreichend Abstand (mindestens 20 cm), auch das hält Nässe fern. Eine weitere vorbeugende Maßnahme ist das Besprühen mit Ackerschachtelhalm-Extrakt.
Sind die Lilien bereits von Grauschimmel betroffen, müssen die betroffenen Pflanzenteile komplett zurückgeschnitten und im Hausmüll entsorgt werden. Bitte nicht auf den Kompost werfen, hier kann sich der Pilz weiterentwickeln.
❷ Lilienhähnchen
Was hilft gegen Lilienhähnchen?
Als erste Maßnahme gilt: Behalten Sie Ihre Lilien ab Mitte April im Blick und sammeln Sie vorhandene Exemplare des Lilienhähnchens ab. Larven, die sich an den Blattunterseiten befinden, können Sie mit einem starken Wasserstrahl abspritzen.
Vorbeugend hilft auch das Besprühen mit einem Sud aus Salbei und Eichenrinde. Dafür benötigen Sie etwa 100 Gramm Salbeiblätter und drei kleine Eichenzweige. Die Salbeiblätter klein hacken und zusammen mit Wasser und den Eichenzweigen in einen Topf geben. Alles aufkochen und 30 Minuten köcheln lassen. Den fertigen Sud abkühlen lassen, in eine Sprühflasche geben und die Lilien damit besprühen.
» Lesetipp: Lilienhähnchen bekämpfen – So funktioniert’s!